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Zahnerhaltung nennt man den Bereich der Zahnmedizin, der sich mit der Erhalt gefährdeter Zähne beschäftigt. Die Felder der Zahnerhaltung hängen von dem Grad der Gefährdung des Zahnes ab:

Beginnende Karies: in diesem Fall versucht man mit minimalen Maßnahmen, das Fortschreiten zu verhindern. Zähne werden fluoridiert und versiegelt. Diese Maßnahmen sind im Kapitel "Prophylaxe" beschrieben.

Deutliche Karies: in diesem Fall wird die Zahnfäule beseitigt; das entstandene Loch muß mit einer Füllung oder einem Inlay versorgt werden.

Große Karies: in diesem Fall sind an einer Wiederherstellung größere Anforderungen zu stellen. Zur Anwendung kommen in diesen Fällen häufig so genannte Teilkronen. Der Übergang zur Krone ist fließend.

Nervgefährdende Karies: Erreicht die Karies den Zahnnerven, führt dies zu einer Entzündung. Diese geht oft mit massiven Zahnschmerzen einher. Das entzündete Zahngewebe muss im Rahmen einer "Nerv-" bzw. "Wurzelbehandlung" entfernt werden. Dies bezeichnet man auch als "endodontische Behandlung" des Zahnes.

An vielen Universitäten ist auch der Bereich der Zahnfleischbehandlung der Zahnerhaltung zugeordnet. Weitere Informationen zur "Parodontose" finden Sie im entsprechenden Kapitel.

 

 

Zahnfüllungen...

Die Erhaltung eines erkrankten Zahnes steht in der Zahnmedizin an oberster Stelle. Dabei spielt die Karies die grösste Rolle, da 98% der Erwachsenen unter dieser Erkrankung leiden. Ist ein Zahn durch die Einwirkung von Bakterien bzw. Säuren geschädigt, so muss dieser Schaden ausgebessert werden.

Bei kleinen bis mittleren Defekten stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:

Im Frontzahnbereich Im Seitenzahnbereich (kaubelastet)
Glasionomer-Füllungen (veraltet) Glasionomer-Füllungen (veraltet)
Einfache Plastik-Füllungen (veraltet) Einfache Plastik-Füllungen (veraltet)
Hochwertige plastische Keramik Hochwertige plastische Keramik
Veneers Amalgam
 

Gold-Inlays

  Keramik-Inlays
  Komposit-Inlays

Besondere Verfahren (zum Beispiel die "Mikro-Dentistry"> ) erlauben die Gesundung der Zähne bei maximaler Schonung.

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Amalgam


ist ein diffiziler Werkstoff, der gute Langzeitstabilität bei geringen Kosten besitzt.

Unumstritten ist aber auch:

  • Amalgam beinhaltet mehr als 50% Quecksilber.
  • Quecksilber ist hochgiftig.
  • Aus Amalgamfüllungen wird Quecksilber freigesetzt.
  • Das freigesetzte Quecksilber erhöht die Gesamtbelastung des Körpers.
  • Es gibt qualitativ gleichwertige Alternativen.
  • Eine Amalgam-Testung ist schwierig.

Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes verwenden wir kein Amalgam mehr.

Aktuell: Alzheimer durch Amalgam?

Wenn Sie mehr wissen wollen, können Sie hier eine Kurz-Stellungnahme des Bundesinstituts für Arzneimittel herunterladen.- Hier gibt es eine weitere Broschüre dazu.

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Inlays


nennt man Einlage-Füllungen in Zähne. Inlays können hergestellt werden als
  • Gold-Inlays
  • Keramik-Inlays
  • Komposit-Inlays ("Kunststoff-Inlays")

Das Verfahren ist in allen Fällen ähnlich:

  1. Der Zahnarzt bringt den Zahn in die ideale Form und macht von diesem Zahn eine Abformung.
  2. Der Zahntechniker stellt mit dieser Abformung ein Modell her als genaue Kopie der Mund-Situation.
  3. Auf diesem Modell wird das Inlay gefertigt.
  4. Der Zahnarzt setzt das vom Zahntechniker gefertigte Inlays im Austausch gegen das zwischenzeitliche Provisorium in den Zahn des Patienten ein.

Keramik- und Komposit-Inlays sind zahnfarben und bieten daher die Gewähr für eine hervorragende Ästhetik. Goldinlays gelten als besonders langzeitbewährt und äusserst stabil.

Der hohe Goldpreis verursacht aber auch hohe Materialkosten. Zudem schreckt Gold vor allem auf Grund seines "besonderen" Aussehens viele Patienten ab.

Gute Versorgungen aus Kunststoff (Komposit) und Keramik sind heute ähnlich haltbar wie Goldversorgungen. Auch wenn es zu einem sehr guten Goldinlay unter Qualitätskriterien keine wirkliche Alternative gibt, geht die Zahl der Goldversorgungen seit Jahren aber zurück.

Der Wunsch nach Schönheit brachte auch in der Zahnmedizin Wünsche mit sich, vor allem nach der "zahnfarbenen" Versorgung. Seit 1970 gibt es dafür brauchbare "weisse" Füllungsmaterialien, die eine Mischung aus Kunststoffen mit Keramikanteilen sind (und deswegen "Komposit" genannt werden). Die Anforderungen an Komposite sind vielfältig: im Frontzahnbereich müssen die Versorgungen "unsichtbar" sein und die vielen Schattierungen des natürlichen Zahnes nachahmen. Im Seitenzahngebiet gilt es vor allem, dem massiven Kaudruck standzuhalten.
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Füllungen im Frontzahnbereich

Frontzahnfüllungen sind häufig gut sichtbar, gleichzeitig aber nicht wie im Seitenzahngebiet kaubelastet.

Moderne Komposite erlauben hochästhetische Versorgungen, das heisst Füllungen, die vom echten Zahn nicht zu unterscheiden sind. Dafür setzen wir in der Regel eine Reihe von verschiedenen Materialien ein, die unterschiedliche Farbschattierungen und -durchsichtigkeiten haben. Ein geschicktes Ausformen garantiert, daß die Füllung sich dem natürlichen Zahn optimal angliedert.

Ädhäsive Verfahren in Mehrschichttechnik sind keine Kassenleistung; die gesetzlichen Krankenkassen beschränken ihre Zahlung auf die Erstattung von Kosten für einfarbige Standard-Füllungen.

Für besonders hohe Ansprüche eignen sich im Frontzahnbereich sogenannte "Veneers". Moderne Keramik-Werkstoffe erlauben damit auch die Umformung der Zähne und eine umfangreiche Neugestaltung eines strahlenden Lächelns.

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Füllungen im Seitenzahngebiet

Seitenzahnfüllungen sind massiven Belastungen ausgesetzt. Gleichzeitig finden sich häufig Kariesdefekte in unzugänglichen Zahnzwischenräumen oder der Tiefe des Zahnfleischbereichs - eine große Herausforderng an Material und Technik.

Wissenschaftliche Nachuntersuchungen haben aber gezeigt: nur wenn Kunststoffe (sogenannte Komposite) mit speziellen Methoden sehr sorgfältig verarbeitet werden, haben sie ähnlich gute Haltbarkeit wir Amalgam.

Es ist ein besonderer Fehler, Komposit wie Amalgam zu verarbeiten: dies führt schon nach kurzer Zeit zu einem Scheitern der Füllung und neuer Karies.

In unserer Praxis verwenden wir nur modernste Komposite mit hoher Festigkeit in Kombination mit speziellen aufwändigen Klebeverfahren. "Billige Plastikfüllungen" bieten wir aus Gründen des Patientenschutzes nicht an.

Kompositfüllungen sind mit Mehrkosten für Patienten verbunden, da die gesetzlichen Krankenkassen nur die Kosten für Amalgamfüllungen übernehmen.

endo

Eine Wurzelbehandlung im Rahmen der Endodontie ist die Entfernung des toten und/oder entzündeten Zahnnerven. Sie ist aufgrund der unterschiedlichen Wurzeln niemals einfach, sondern ein letzter spekulativer Behandlungsversuch, Ihnen die Extraktion (Entfernung) eines Zahnes zu ersparen.

Die Prognose wurzelbehandelter Zähne ist, rein statistisch gesehen, eher ungünstig. So weisen beispielsweise Zahnimplantate im Durchschnitt eine deutlich höhere Erfolgsquote auf als Zähne nach einer Standard-Wurzelkanalbehandlung.

Dies muss jedoch nicht sein.

Durch moderne Behandlungsmethoden in der Wurzelbehandlung, hohen Zeitaufwand und hohen technischen Aufwand ist es möglich geworden, Zähne längerfristig zu erhalten, die früher hätten gezogen werden müssen. Ein solcher Zahn kann noch über viele Jahre hinweg ohne Probleme in der Mundhöhle verbleiben.

 

Standardbehandlung 1.Klasse-Behandlung
Nur bei gut zugänglichem, nicht verlegtem Wurzelkanalsystem guter Zähne, ansonsten Zahnentfernung in allen gewünschten Fällen, auch als Erneuerung einer schlechten Wurzelkanalfüllung
Aufbereitung ohne Anästhesie Betäubung nach Wunsch
Mehrfache Röntgenaufnahmen Elektronische Zahnlängenbestimmung
Spülung Physiko-chemische Desinfektion
  Wechselspülung, thermische Desinfektion
  Visuelle Aufbereitungskontrolle mit Lupenbrille oder Stereomikroskop
Reinigung mit einfachen Stahlinstrumenten Reinigung mit hochflexiblem NiTi-Instrumentarium
Reinigung bis zum unteren Drittel Optimale Aufbereitung des gesamten, komplexen Wurzelkanal-Systems
Ein-Stift-Wurzelfüllung Optimal formkongruente Wurzelfüllung in lateraler und vertikaler Kondensationstechnik
Späterer Versuch einer operativen Erhaltung (Wurzelspitzenamputation) innerhalb eines chirurgischen Eingriffs Vermeidung jeder Operation

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Leider ist die Wurzelkanalbehandlung von Seiten des Gesetzgebers und der gesetzlichen Krankenkassen an bestimmte Auflagen gebunden (mehr dazu finden Sie hier). Die moderne Zahnmedizin kann jedoch deutlich mehr.

Die Entfernung eines nerventzündeten Zahnes ist die schnellste, billigste und einfachste, aber sicherlich nicht die beste Lösung.

Jeder eigene Zahn ist wichtig und wertvoll - wichtiger als der beste und teuerste Zahnersatz !

Bei der Erneuerung und Verbesserung der Wurzelkanalbehandlung haben wir das Ziel, die vorhandene Entzündung durch Beseitigung der Entzündungsursache und unter Nutzung der Selbstheilungskräfte der Körpers zum Abheilen zu bringen.

Auch ein bereits wurzelkanalbehandelter Zahn hat eine zweite Chance verdient, wenn die vorhandene Wurzelkanalbehandlung verbesserungsfähig erscheint. Möglicherweise ist hierzu ein hoher Zeitaufwand (mehrere Stunden) notwendig oder der Einsatz besonderer Hilfsmittel und Geräte.

Aber: falls es gelingt, die alte Wurzelkanalfüllung zu entfernen und die Wurzelkanäle vollständig zu reinigen und wieder dicht zu verschliessen, dann hat dieser Zahn gute Chancen, erhalten zu bleiben. Sie ersparen sich damit u.U. Wurzelspitzenoperation, Zahnentfernung und Zahnersatz und die damit verbunden vielen Unannehmlichkeiten.