b

Mehr zum Thema lesen in der Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) zur Lebenserwartung von Implantaten

Implantate sind in den letzten 30 Jahren ständig verbessert worden. Wir kennen unsere Möglichkeiten und Grenzen und können recht genau voraussagen, ob eine Behandlung mit Implantaten erfolgversprechend ist oder nicht.

Grundsätzlich wird kein Zahnarzt die Garantie abgeben können, dass eine Implantation erfolgreich ablaufen wird oder dass die Implantate bis ans Lebensende halten werden. Dies vor allem deswegen, eine Garantie als unseriös gilt: zu viele unbekannte Faktoren beeinflussen den Lauf der Dinge. Die Wundheilung ist zum Beispiel von Patient zu Patient verschieden und kann auch durch eine plötzlich auftretende Krankheit negativ beeinflusst werden. Zum anderen können - auch wenn das Implantat schon längst eingeheilt ist - noch unvorhergesehene Komplikationen auftreten.

In der Zahnmedizin gehen wir momentan davon aus, dass ein Implantat mindestens zehn Jahre hält. Bei modernen Implantaten, wenn sie gut gesetzt, regelmäßig kontrolliert und gut gepflegt werden, sind aber auch viele Jahre mehr keine Seltenheit.

Die Frage, ob ein Implantat nicht auch dreißig oder vierzig Jahre halten kann, ist schwierig zu beantworten. Da in der Frühzeit der Implantologie vor allem bei alten Menschen implantiert wurde, wurde die natürliche Lebenszeit zur Grenze. Heute können wir über so lange Zeiträume noch kaum eine Aussage treffen.

 

b

Anders als bei natürlichen Zähnen gibt es bei Implantaten eine Befestigungsschraube, die sich lösen kann. Wenn Sie eine Lockerung einer Implantatversorgung spüren, so ist dies sehr häufig nur eine lockere Schraube: eine Kleinigkeit, die in kürzester Zeit wieder korrigiert werden kann. Also: Schraube locker ? - schnell zum Zahnarzt!

 

Das Implantat ist letztlich ein Fremdkörper ist, der sich im Kiefer befindet, wo er eigentlich nicht hingehört. Lebendes Gewebe kann sehr alt werden, da es ständig erneuert wird. Zellen teilen sich, der Körper baut alte Zellen ab und ersetzt sie durch neue. Auch nach kurzer Krankheit oder bei einer Wunde wird der Körper alles wieder reparieren.

Die Gewebe im Mund führen eigentlich einen ständigen Kampf gegen kleine Entzündungen und Verletzungen. Das gilt natürlich auch für die Gewebe rund um die Implantate. Die Stelle, an der das Implantat durch das Zahnfleisch tritt, ist als eine kleine künstlich offen gehaltene Wunde anzusehen, die sich leicht entzünden kann. Die Folge davon ist, dass sich der Knochen um das Implantat langsam zurückziehen kann. Das geht bei einem Patienten schneller, beim anderen etwas langsamer und wird z.B. durch die Mundhygiene und die Belastung der Implantate beeinflusst.

An der Reaktion des Körpers auf das Implantat können wir nicht viel ändern. Wir können nur versuchen, durch gute Mundhygiene das Risiko von Entzündungen möglichst klein zu halten. Indem wir eine gute Brücke oder Prothese anfertigen und Implantate und Suprakonstruktion gut und regelmäßig reinigen, kann die Lebensdauer eines Implantats deutlich verlängert werden. Vorsorgeuntersuchungen - mindestens zwei Mal pro Jahr - sorgen außerdem dafür, dass wir schnell eingreifen können, wenn etwas schiefzugehen droht.

Nehmen Sie also die "Wartungsintervalle", die wir empfehlen ernst. Dann halten Implantate länger als mancher Zahn!

 

Prothesen: meist die schlechteste Lösung. Fast alle Patienten, die die gute Erfahrungen mit Implantaten gemacht haben, wünschen auch bei Zweitversorgung erneut Implantate.

Wenn ein Implantat starke Entzündungserscheinungen zeigt (zum Beispiel bei Beweglichkeit), sollte es entfernt werden. Implantate, die eigentlich entfernt werden müssten, aber nicht entfernt werden, können im ganzen Körper und vor allem im Kiefer großen Schaden verursachen. Nach dem Entfernen eines Implantats heilt der Kiefer genau so wie nach dem Ziehen eines Zahnes.

Wenn der Zeitpunkt der Entfernung richtig festgelegt wird, dann wird der dadurch entstehende Schaden am Kiefer auf ein kleines Loch beschränkt bleiben. Dieses ist in der Größe vergleichbar mit dem Zahnfach, das nach dem Ziehen eines Zahnes zurückbleibt und heilt auch auf die gleiche Art. Es wächst mit Knochen zu und der Kiefer wird wieder massiv.

Es ist nach Abheilung (etwa 6-9 Monate) in der Regel möglich, an derselben Stelle wieder zu implantieren. Wir werden aber auch diskutieren, andere Stellen zu nutzen, um schneller wieder eine bewährt gute Versorgung zu erreichen.